Absicherung für Personal Trainer
ChatGPT im Personal Training: Chancen und rechtliche Risiken.
Inhaltsverzeichnis
Folge – ChatGPT: Der größte Fehler den Trainer jetzt machen können
Einleitung
ChatGPT ist seit November 2022 für jeden zugänglich und wird längst auch von Personal Trainern genutzt. Sportrechts-Anwältin Julia Ruch erklärt Dirk Wannmacher in dieser Folge, wo die echten Chancen liegen – und wo rechtlich unterschätzte Risiken lauern.
ChatGPT halluziniert – und das ist keine Ausnahme
Julia Ruch macht zu Beginn eine wichtige technische Klarstellung: ChatGPT ist ein sprachbasierter Chatbot, dessen Fokus darauf liegt, menschliche Sprache zu simulieren – nicht darauf, Fakten korrekt wiederzugeben. Das führt dazu, dass das Modell gelegentlich plausibel klingende, aber komplett erfundene Informationen produziert, etwa nicht existierende Gerichtsurteile oder falsche Fakten – ein Phänomen, das als „Halluzinieren“ bezeichnet wird. Hinzu kommt ein weiterer, oft übersehener Punkt: Das Modell wurde nur mit Daten bis September 2021 trainiert und weiß über spätere Ereignisse schlicht nichts – liefert aber trotzdem eine überzeugend klingende, dann zwangsläufig falsche Antwort, statt dies offen zuzugeben.
Aus der Folge
„ChatGPT ist kein Fachexperte. Die Antworten hören sich immer sehr gut an, sind aber allgemeine Informationen.“
Haftung: Wann wird der Trainer zum Risiko?
Rechtlich sieht Julia Ruch eine klassische Haftung nach BGB als denkbar an, wenn ein Trainer die KI fahrlässig oder vorsätzlich falsch nutzt und dadurch Gesundheit oder Leben eines Kunden gefährdet – etwa durch fehlerhafte Eingaben, missverständliche Fragen oder falsche Interpretation der KI-Antwort. Entscheidend ist dabei, ob die im Verkehr erforderliche Sorgfalt eingehalten wurde. Besonders aufschlussreich: ChatGPT verweigert bei gesundheitsbezogenen Fragen normalerweise eine direkte Antwort – lässt sich diese Sperre aber durch eine geschickte Rollenfrage („stell dir vor, du bist Arzt“) umgehen. Genau dieser Umstand deutet laut Julia darauf hin, dass die Entwickler die Risiken kannten – wer die Sperre gezielt umgeht, verlässt damit die erforderliche Sorgfalt und trägt ein erhöhtes Haftungsrisiko, besonders wenn er sich überwiegend auf die KI-Antwort verlässt, ohne eine eigene umfassende Prüfung vorzunehmen.
Urheberrecht: Eine ungeklärte Grauzone
Auf die Frage, ob von ChatGPT generierte Texte urheberrechtlich geschützt sind, erklärt Julia: Ein Urheberrecht entsteht nach deutschem Recht nur an einer kreativen Leistung eines Menschen – aktuell stützt man sich in der EU auf die Position, dass rein KI-generierte Inhalte nicht urheberrechtsfähig sind und praktisch niemandem gehören, außer sie werden stark genug weiterbearbeitet. Komplizierter wird es bei der Frage, ob ChatGPT selbst fremde, urheberrechtlich geschützte Inhalte verwendet: Da das Modell mit frei zugänglichen Daten aus dem Internet trainiert wurde, kann es durchaus passieren, dass eine speziell entwickelte Trainingsmethode, die jemand auf dem eigenen Blog beschrieben hat, in einer ChatGPT-Antwort für eine völlig andere Person wieder auftaucht – aktuell praktisch ohne wirksame technische Schutzmöglichkeit dagegen.
Fazit: Drei Dinge aus dieser Folge
- ChatGPT „halluziniert“ gelegentlich Fakten – prüfe jede Antwort kritisch, bevor du sie weiterverwendest.
- Wer gesundheitsbezogene Sperren gezielt umgeht, riskiert im Schadensfall als fahrlässig zu gelten.
- Die urheberrechtliche Lage bei KI-generierten Inhalten ist aktuell eine echte Grauzone – Vorsicht bei fremden Inhalten ist geboten.
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Häufige Fragen
Kann ich mich auf die Fachinformationen von ChatGPT verlassen?
Nein – ChatGPT ist kein Fachexperte und „halluziniert“ gelegentlich plausibel klingende, aber falsche Informationen.
Hafte ich, wenn ich mich auf eine falsche ChatGPT-Antwort verlasse?
Es kommt auf die erforderliche Sorgfalt an – wer eine Gesundheitssperre gezielt umgeht oder KI-Antworten ungeprüft übernimmt, riskiert Fahrlässigkeit.
Gehören ChatGPT-Texte automatisch mir?
Rein KI-generierte Inhalte gelten aktuell als nicht urheberrechtsfähig – die rechtliche Lage ist insgesamt noch ungeklärt.
Diese Erkenntnisse stammen aus Dirk Wannmachers Podcast-Folge „ChatGPT: Der größte Fehler den Trainer jetzt machen können“ mit Gast Julia Ruch, basierend auf Dirks täglicher Arbeit mit Personal Trainern. Diese frühe Folge liegt vor dem aktuellen Podcast-Feed – die Links führen daher zur allgemeinen Podcast-Show. Diese Inhalte ersetzen keine individuelle Rechtsberatung.
Ganze Folge ansehen: YouTube · Spotify (Show) · Apple Podcasts (Show)
Dieser Artikel wurde mit redaktioneller KI-Unterstützung erstellt und von Dirk Wannmacher inhaltlich geprüft und freigegeben.
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