ETFs für die Altersvorsorge: Was Trainer über Kosten, Steuern und Banken wissen sollten

ETFs für die Altersvorsorge: Was Trainer über Kosten, Steuern und Banken wissen sollten

Wissen für Personal Trainer

ETFs für die Altersvorsorge: Was Trainer über Kosten, Steuern und Banken wissen sollten

Einleitung

Viele Personal Trainer stecken jeden Euro, den sie erübrigen können, ins eigene Business – und schieben die eigene Altersvorsorge auf „irgendwann“. Dirk Wannmacher spricht in dieser Folge mit Finanzberater Heiko Burry, der sich auf Sport, Fitness und Gesundheit spezialisiert hat, über ETFs als Baustein der Altersvorsorge: was ein ETF überhaupt ist, warum die Hausbank oft nicht die beste Adresse dafür ist, und warum zehn Jahre Wartezeit beim Sparen mehrere Zehntausend Euro kosten können.

Was ist überhaupt ein ETF?

Heiko erklärt ETFs (börsengehandelte Indexfonds) im Vergleich zur Einzelaktie: Wer eine einzelne Aktie kauft, trägt das volle Risiko dieses einen Unternehmens – läuft es schlecht oder meldet das Unternehmen Insolvenz an, kann das eingesetzte Geld komplett weg sein. Ein ETF bündelt dagegen viele Unternehmen auf einmal. Sein Beispiel: Der bekannte MSCI World bündelt rund 1.600 Unternehmen gleichzeitig. Sein Gedankenexperiment dazu: Selbst wenn im Worst Case 300 von 1.600 Unternehmen pleitegehen würden, bliebe der Bedarf am Markt bestehen – andere Unternehmen würden ihn übernehmen. Genau diese Bündelung vieler Branchen und Unternehmen in einem Paket sorgt laut Heiko für ein deutlich besseres Chance-Risiko-Verhältnis als eine einzelne Aktie.

Aus der Folge

„Man investiert quasi gleichzeitig in 1.600 Unternehmen. […] Der Bedarf bleibt ja trotzdem da auf der Welt, dann übernehmen es halt andere.“

Warum die Hausbank oft nicht die beste Adresse ist

Auf die Frage, ob ein ETF-Depot bei der Bank genauso sicher ist wie klassisches Banksparen, wird Heiko konkret: Aus seiner Erfahrung mit vielen Beratungen und Analysen, auch von Bankprodukten, fehlt bei Bankberatern häufig die individuelle Analyse („Anamnese“) der eigenen Situation – stattdessen würden meist die hauseigenen Produkte angeboten. Besonders kritisch: Heiko berichtet von drei Kunden allein in diesem Jahr, die als frische Gründer bei ihrer Hausbank einen Kredit anfragten und informell zu hören bekamen, dass die Zusage an den Abschluss bestimmter Versicherungen gekoppelt sei – offiziell verboten, aber nach seiner Beobachtung durchaus vorkommend. Sein Rat: genau hinsehen, wenn ein Kredit an weitere Vertragsabschlüsse geknüpft wird, und die Kostenstruktur der eigenen Anlage aktiv hinterfragen statt sie einfach zu übernehmen.

Kosten, Steuern und die Flexibilität der Auszahlung

Ein reines Tagesgeldkonto bringt nach Heikos Einschätzung zum Aufnahmezeitpunkt der Folge rund 3% – nicht schlecht, aber ohne Renditepotenzial. Für eine höhere, steueroptimierte Rendite empfiehlt er ein ETF-Depot innerhalb eines Versicherungsmantels („Police“). Als Faustregel für eine gute Kostenquote nennt er rund 1% pro Jahr: Erwirtschaftet ein ETF beispielsweise 8% Rendite, blieben nach Kosten rund 7% Nettorendite übrig. Den entscheidenden Vorteil des Versicherungsmantels sieht Heiko in der Steuerersparnis auf die Erträge sowie in der Flexibilität bei der späteren Auszahlung: Wer will, kann sich später zwischen einer lebenslangen Rente und einer Kapitalauszahlung entscheiden. Sein genereller Rat: Ein reines Wertpapierdepot ist gut für den Vermögensaufbau, aber für die Auszahlungsphase im Alter empfiehlt sich zusätzlich ein steueroptimiertes Produkt – eine Kombination aus beidem, mit einem durchdachten Konzept für die Entnahmephase.

Hinweis: Diese Einschätzungen stammen von Heiko Burry als Interviewgast und Fachberater und sind allgemeine Einordnungen aus dem Gespräch, keine individuelle Steuer- oder Anlageberatung. Für die eigene Situation lohnt sich ein persönliches Beratungsgespräch.

Warum zehn Jahre Wartezeit fast 300.000 Euro kosten können

Heiko rechnet ein Beispiel vor: Ein 30-Jähriger und ein 40-Jähriger sparen beide bis 67 jeweils 500 Euro im Monat. Der Unterschied durch die zehn Jahre früheren Start: knapp 300.000 Euro. Sein Verweis auf Albert Einstein und den Zinseszinseffekt untermauert den Punkt – je früher man anfängt, desto stärker wirkt der Effekt. Als groben Richtwert für Personal Trainer, die von der gesetzlichen Rente allein nicht ausreichend abgesichert sind, nennt Heiko ein Beispiel: Bei 5.000 Euro Bruttoverdienst fließen automatisch rund 930 Euro (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil zusammen) in die gesetzliche Rente – das erzeugt aber nur etwa 40% des durchschnittlichen Nettoeinkommens als spätere Rente. Wer im Alter denselben Lebensstandard halten will, muss die verbleibende Lücke privat auffüllen. Sein Rat: lieber früh mit einem Betrag anfangen, bei dem man sich wohlfühlt, und die Sparrate mit steigendem Einkommen erhöhen, als auf den „perfekten“ Zeitpunkt zu warten.

  1. Ein ETF streut das Risiko über viele Unternehmen gleichzeitig – deutlich anders als eine Einzelaktie.
  2. Bei Bankberatung lohnt sich ein kritischer Blick: fehlende individuelle Analyse und an Kredite gekoppelte Vertragsabschlüsse kommen laut Heiko vor.
  3. Je früher man anfängt, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt – zehn Jahre Wartezeit können mehrere Zehntausend bis hin zu sechsstelligen Beträgen kosten.

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Häufige Fragen

Ist ein ETF genauso sicher wie ein Sparbuch?

Nein – ein ETF ist eine Wertpapieranlage mit Kursschwankungen, kein garantiertes Sparprodukt. Durch die breite Streuung über viele Unternehmen ist das Risiko laut Heiko aber deutlich geringer als bei einer Einzelaktie.

Lohnt sich ein ETF-Depot bei der Hausbank?

Kann funktionieren, aber laut Heiko lohnt sich ein kritischer Blick auf Kostenquote und individuelle Beratung – Banken bieten oft nur hauseigene Produkte ohne echte Anamnese der persönlichen Situation an.

Ab wann sollte ich mit der Altersvorsorge anfangen?

So früh wie möglich – laut Heikos Rechenbeispiel kosten zehn Jahre Wartezeit bei gleicher Sparrate am Ende knapp 300.000 Euro. Wichtiger als der perfekte Betrag ist der frühe Start.

Diese Erkenntnisse stammen aus Dirk Wannmachers Podcast-Folge „ETF-Strategien für den Ruhestand“ mit Finanzberater Heiko Burry. Diese Folge liegt vor dem aktuellen Podcast-Feed – die Apple- und Spotify-Links führen daher zur allgemeinen Podcast-Show statt zur einzelnen Episode.

Ganze Folge ansehen: YouTube · Spotify · Apple Podcasts (Show)

Dieser Artikel wurde mit redaktioneller KI-Unterstützung erstellt und von Dirk Wannmacher inhaltlich geprüft und freigegeben.

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